Hufbearbeitung – Natural Hoofcare (NHC)

Die natürliche Hufbearbeitung wurde von dem Hufschmied Jamie Jackson, später in Zusammenarbeit mit Pete Ramey, ebenfalls Hufschmied, entwickelt.
Ich bearbeite die Hufe Ihres Pferdes nach dem Vorbild von Pete Ramey, in dessen Arbeit neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, u.a. von Chris Pollit und Dr. Bowker, einfließen.

Ein pferdegerechter Umgang bei der Hufbearbeitung ist hierbei für mich eine Selbstverständlichkeit!

Vorbild für diese Art der Hufbearbeitung sind die Hufe wildlebender Mustangs.
Die Hufe dieser Pferde sind sehr leistungsfähig, optimal an die vorherrschenden Bodenverhältnisse angepaßt und sichern den Mustangs somit das Überleben.
Die Pferde legen auf Ihrer Suche nach Futter, Wasser und Ruheplätzen täglich große Distanzen zurück, oft auf sehr steinigen Böden. Hierdurch erfahren die Hufe natürlichen Abrieb, während sich Hornwachstumsrate und Hornkonsistenz an die jeweilig vorhandenen Bodenverhältnisse anpaßt. Es entsteht ein Gleichgewicht zwischen Hornwachstum und Abrieb, so daß diese Pferde nicht auf die Hufbearbeitung durch den Menschen angewiesen sind.

Die Hufe der Mustangs weisen - bei individuellem Erscheinungsbild - bestimmte gemeinsame Merkmale auf.

In der Regel sind dies z. B.:
- relativ kurze Hufe bei ausreichend dicker Sohle
- starke Berundung des Tragrandes aufgrund von Abrieb

  (Mustang Roll)
- relativ kurze Trachten
- gerader/regelmäßiger Wandverlauf
- Senke im seitlichen Tragrand
- gleichmäßig konkaves Sohlengewölbe, welches bis an die weiße Linie reicht

- ausgeprägter Strahl, der im hinteren Bereich mit trägt


Der Huf ihres Pferdes wird jedoch nicht aktiv so bearbeitet, daß er danach aussieht wie ein Mustanghuf. (Beispielsweise wird kein Sohlengewölbe hinein geschnitten). Die Ähnlichkeit mit einem Mustanghuf stellt sich eher von selbst ein, wenn man die Signale des Hufs, die Hinweise darauf geben, wie der Huf zu bearbeiten ist, richtig deutet.
Richtet sich die Bearbeitung nach diesen Signalen, erhält man einen Huf, der für das Individuum zu diesem Zeitpunkt am leistungsfähigsten ist, was nicht heißt, daß dieser Huf dann dem Wunschbild der gängigen Lehrmeinungen entspricht! Denn eventuell muß der Huf z. B. Gelenkfehlstellungen kompensieren. Dies ist mit einem Lehrbuchhuf unter Umständen nicht zu leisten.

 „Ein gerader Huf an einem krummen Bein ist genauso schlimm wie ein krummer Huf an einem geraden Bein“

(frei übersetzt nach Pete Ramey)


Dadurch, daß die Bearbeitung sozusagen in Zusammenarbeit mit dem Huf selbst erfolgt ist diese Methode sehr schonend für Ihr Pferd, insbesondere auch im Hinblick auf schmerzhafte Huferkrankungen wie z. B. der Hufrehe.